Ich hatte ein paar sehr schöne und unterhaltsame erste Ferientage mit dem lieben Kindelein. Es macht sich so viele Gedanken und so viele lustige Bemerkungen!
Noa (froh): „Ich hab ganz viele Freunde. Ich hab Mama, Papa, Paula, Bittina… Alan… und Cleo und Sophie und Alperen. Und Clara! Und Linus…“
Einen Tag später sind wir mit Inga im Freibad. Auf dem Heimweg sagt Noa zu mir: „Mama, du hast so viele Freunde, die kann ich fast gar nicht unterscheiden!“
Das Thema Menschen vs. Tiere beschäftigt das Kind sehr. Mo hat ihm erklärt, dass Menschen auch Tiere sind, und das kann es gar nicht glauben.
„Sind Menschen wirklich Tiere!? Das ist doch Quatsch, oder?“
„Nein, das stimmt wirklich.“
„Und was sagt meine Oma?“
„Deine Oma sagt, Menschen sind Tiere, die sprechen können.“
„Ich bin doch kein Säugetier!!“
„Doch, du hast doch an meiner Brust gesaugt. Dann bist du doch ein Säugetier.“
„Bist du denn immer ein Quatschkörbchen?“
„Weißt du, was Alan zuhause hat? Alan hat eine *echte* Feuerwehr und auch ein *echtes* Flugzeug! Das kann wirklich fliegen! Von alleine!“
„Ach echt? Wow…“
„Ja, echt. Wir können Alan doch auch mal wieder besuchen.“
„Ja.“
„Ist Alan auch ein Säugetier?“
„Ja.“
„Aber er hat doch gar keinen Schwanz! Deswegen ist er kein Tier. – Hasen haben einen Schwanz.“
An seine Cousinchen denkt es…
Es ist spät und Noa muss noch Tammi-Sodu essen.
„Kannst du mich füttern?“
„Na gut. Ein Löffel für Noa, ein Löffel für Papa, ein Löffel für Lian…“
„Nein.“
„Für Mama? Für Oma?“
„Nein. Für Alan!“
„Ok.“
„Und jetzt für Oma!“
„Ok. Und der letzte?“
„Für die kleine… für Rebecca!“
„Gut. Fertig.“
„Und… können wir auch mal für die ganz kleinen… für Tabea und Miriam?“
Wir streifen auch hochkomplexe Themen wie Unendlichkeit in der Mathematik.
„Wie weit kannst du zählen, Mama?“
„Ich kann sehr, sehr weit zählen.“
„Aber wie weit?“
„Es gibt kein Ende, weil die Zahlen nie aufhören.“
„Aber wo hören die auf?“
„Nie, man kann immer weiter zählen.“
„Was, man kann *immer weiter* zählen…!?“
Überhaupt sind Zahlen ein Faszinosum.
„Können wir mal wieder auf diesen Spielplatz gehen? Den beim Tempelhofer Feld? Da war ich schon sooo lange nicht mehr. Schon zwei Mal dreiunddreißig Jahre, oder? Nein, schon dreiundvierzig Jahre!“
„So lang…“
„Ja. – Dreiundneunzig ist cool, oder?“
„Ja.“
„Und hundert. Kannst du bis hundert zählen, Mama?“
„Ja.“
„Hundert ist so weit wie meine Luise-Oma alt ist.“
Bei begrifflichen Fragen ist die wahre Autoriät in jedem Fall Bittina, wie das folgende Gespräch verdeutlicht.
Noa hatte öfter von Wasserverschwendung gesprochen und mich ermahnt, das Wasser nicht zu lange laufen zu lassen. Jetzt kritisiert sie, dass ich bei den Erdbeeren etwas von der Beere mit abschneide, wenn ich das Grüne abschneide.
„Du hast was Rotes mit abgeschnitten! Das kann man doch auch essen! Ich mach immer nur das Grüne ab. Du machst das nicht richtig.“
„Ja, du hast Recht, das könnte man noch essen… Das ist Erdbeerverschwendung, oder?“
„Erdbeerverschwendung!? Erdbeerverschwendung gibt’s nicht.“
„Doch, das hier ist doch Erdbeerverschwendung.“
„Ich frag mal Bettina, ob es Erdbeerverschwendung gibt.“
Wenn man nicht weiß, wie etwas heißt, kann das sehr frustrierend sein… (zunehmend verzweifelter Tonfall):
„Plemptofel… wie *heißt* das nochmal, Mama!?“
„Plemtofel?“
„Ja… ich weiß nicht, wie das *heißt*!“
„Was meinst du denn?“
„Sag mir, wie das richtig heißt!!“
„Aber ich weiß doch nicht, wovon du redest, Noa! Meinst du ein Fahrrad oder ein Kind oder was?“
„Nein!“
Denkpause.
„Ah, jetzt weiß ich es wieder! Tempelhofer Feld!“
Das Kind entwickelt jetzt auch Ansätze von Gerissenheit, die es jedoch nicht mit seiner tiefliegenden Ehrlichkeit aufnehmen können.
Morgen. Ich dusche. Ich dusche eine Weile allein, dann kommt Noa ins Bad.
„Ich wasche meine Hände.“ Eine vor dem Frühstück eher unübliche Handlung.
„Wieso wäschst du denn deine Hände, Noa?“
Keine Antwort.
Ich komme aus der Dusche und trockne mich ab.
„Was hast du denn am Mund, Noa? Ist das Schokolade?“
„Nein.“
„Hast du heimlich vom Schokoosterhasen genascht?“
„Nein.“
„Nur ein bisschen?“
„Ja.“